Kurzvorstellung:
Wenn Menschen mit einer geistigen, körperlichen oder psychischen Einschränkung Eltern werden, müssen sie ihren Familienalltag meist unter schwierigeren Voraussetzungen bewältigen. Als Menschen mit Beeinträchtigung bedürfen sie hierbei unserer besonderen Fürsorge. Unser Eltern-Kind-Haus 2 ist eine solche Einrichtung, in der beeinträchtigte Mütter und Väter gemeinsam mit ihren Kindern leben können. Dabei erfahren die Eltern besondere Anleitungen im Bereich der Babyversorgung und -pflege sowie der Kinderbetreuung und -beschäftigung. Ein multiprofessionelles Team hilft dabei, den Familienalltag zu gestalten und die Erziehungskompetenzen zu stärken. Das Hauptziel ist es, die Erziehungskompetenzen der Eltern zu fördern und zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen verschiedene Fachkräfte den Familienmitgliedern beratend und begleitend zur Seite. Dadurch lernen die Eltern, wie sie auf das Verhalten ihres Kindes reagieren und dieses bei seiner Entwicklung unterstützen können.
Eine Besonderheit unseres Angebotes ist die werktägliche Befähigungszeit. Hier werden unseren Eltern in Projektarbeiten lebenspraktische Fähigkeiten vermittelt.
Mehr Informationen hierzu findet ihr im Bereich „Leistungen zur Teilhabe“.
Zielgruppe
In unserem Eltern-Kind-Haus 2 können Schwangere, Mütter und Väter egal welchen Alters mit geistiger, körperlicher und/oder psychischer Einschränkung gemeinsam mit ihren Kindern leben. Voraussetzung für suchterkrankte Eltern ist die aktive Teilnahme an einem Therapieprozess sowie der Wille, die elterliche Verantwortung bestmöglich wahrzunehmen.
Von insgesamt 10 Plätzen für Mütter oder Väter sind 4 Plätze für die Unterbringung von beiden Elternteilen gemeinsam bestimmt. Idealerweise beginnt die Unterbringung der schwangeren Frauen mit Beginn der Mutterschutzzeit, um sie auch hier schon unterstützend zu betreuen. Es können auch Mütter bzw. Väter oder Eltern mit bereits älteren Kindern einziehen.
Leistungen
Unsere Leistungen beziehen sich auf den §27 SGB VIII in Verbindung mit den §§ 13, 19 und 35a SGB VIII und haben das Ziel, für Mütter und Väter gemeinsam mit ihren Kindern eine zukunftsorientierte Perspektive zu erarbeiten, in der das Kindeswohl im Mittelpunkt steht.
Unterstützung beim Beziehungsaufbau zum Kind sowie beim Aufbau eines nachhaltigen Erziehungskonzeptes
Erarbeiten von Alltagsstrukturen sowie Teilhabe am gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Leben
Unterstützung bei der Entwicklung erzieherischer Kompetenzen der Eltern in Abhängigkeit vom Kindesalter bzw. deren Entwicklungsschritten
Angeleitete Spielstunden gemeinsam mit den Eltern sowie Förderangebote im schulischen und heilpädagogischen Bereich
Hilfe bei der Entwicklung der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens
Förderung der Beziehungsfähigkeit und Haltung zur tragfähigen Partnerschaft
Aktive Beteiligung beider Elternteile
Unterstützung bei der Entwicklung von Lebens- und Zukunftsperspektiven
Therapeutische Begleitung (Kunsttherapie, Paartherapie, Marte Meo u.a.)
Übernahme der Betreuung der Kinder in Überlastungssituationen der Eltern oder bei Einzelterminen der Eltern
Hilfestellung und Begleitung beim Umgang mit Ärzten und Ämtern
Sportangebote, auch Rückbildung hausintern
Hauseigene Hebamme
Freizeitangebote und Unterstützung bei der Ferienplanung
Proaktive Einbeziehung der gesamten Familie in das Hilfeplanverfahren

Räumlichkeiten
Die Räumlichkeiten der Einrichtung bestehen aus zwei 3er WGs und vier eigenen Wohnungen. Jedem Bewohner der WG stehen ein großer Schlaf- und Wohnraum zur Verfügung, die teilweise mit Balkonen ausgestattet sind. In den Wohngemeinschaften gibt es zudem viele Gemeinschaftsräume (mehrere Bäder, eine Küche und ein Esszimmer). Alle Wohnräume sind voll möbliert und die Küchen komplett ausgestattet.
Die Befähigungsräume, zu denen das Nähzimmer, die Küche, der Hauswirtschaftsbereich und der Schulungsraum gehören, sind im Erdgeschoss untergebracht. Und im 1. OG befinden sich die Büroräume der Einrichtung sowie ein großer Sport- bzw. Multifunktionsraum, ein Kinderspielzimmer und Räumlichkeiten für die Angebote im schulischen und heilpädagogischen Bereich.






Ankommen und willkommen fühlen
Ich bin eine junge Mutter und habe ein einjähriges Kind.
In das EKH 2 bin ich eingezogen, als ich im achten Monat schwanger war. In dieser Zeit war vieles neu und aufregend für mich. Deshalb war ich sehr froh über die Unterstützung beim Einzug. Mitarbeiter der Einrichtung haben mir geholfen, meine Sachen aus meiner vorherigen Unterkunft abzuholen und in mein neues Zuhause zu bringen. Auch beim Auspacken wurde ich unterstützt. Dadurch habe ich mich schnell willkommen gefühlt.
Sicherheit im Alltag
Kurz nach meinem Einzug fand ein erstes Gespräch mit meiner Bezugsbetreuung statt. Dort wurden mir die Mitarbeitenden und die Angebote der Einrichtung vorgestellt, sowie die Hausregeln. An einige Regeln musste ich mich zunächst gewöhnen. Dazu gehört auch das An- und Abmelden beim Verlassen oder Betreten des Hauses. Mit der Zeit habe ich verstanden, dass diese Regel dabei hilft, die Betreuung und Sicherheit für alle Familien sicherzustellen. Außerdem gibt es feste Zeiten im Tagesablauf, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, mit meinen Fragen und Sorgen nicht allein zu sein. Das hat mir viel Sicherheit gegeben.
Unterstützung als Mutter
Nach meinem Mutterschutz (nach der Geburt meines Kindes) nahm ich regelmäßig an den Angeboten der Einrichtung teil. Die feste Tagesstruktur hat mir geholfen, Sicherheit in meinem Alltag als Mutter zu gewinnen. Wenn ich Unterstützung bei der Versorgung meines Kindes brauchte oder unsicher war, konnte ich mich jederzeit an die Mitarbeitenden wenden, auch nachts. Dabei hatte ich immer das Gefühl, ernst genommen zu werden. Die Unterstützung hat mir geholfen, mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten als Mutter zu entwickeln.
Lernen und gestärkt werden
Von Montag bis Freitag, 9:00 – 11:00 Uhr findet die Befähigung statt. Dort gibt es verschiedene Angebote, zum Beispiel Hauswirtschaft. Hier lernen wir wichtige Dinge für den Alltag und die Führung eines Haushalts. Besonders gut gefällt mir, dass ich vieles direkt in meinem Alltag anwenden kann. Ein Angebot, das mir besonders gefällt, ist der Besuch der „Lagune“ mit dem Babyschwimmen. Die gemeinsamen Erfahrungen mit meinem Kind haben mir viel Freude gemacht. Wenn ich Unterstützung brauchte, wurde ich begleitet und ermutigt.
Außerdem gibt es weitere Angebote pro Person pro Woche wie Spielstunden, persönliche Betreuungszeiten, Nachmittagsbefähigungen oder Kunsttherapie. Für mich sind diese Termine sehr hilfreich, weil sie mich als Mutter stärken und in meiner persönlichen Entwicklung unterstützen.
Antje-Brit Weber
Karl-Marx-Straße 14, 03044 Cottbus
